· 

Das Leben als Mama II

Das letzte Mal hab ich euch erzählt wie alles angefangen hat, mit unserem kleinen Zwerg. 

Am 16.08.2017 um 16.50 hat er das Licht der Welt erblickt. Der Weg bis dahin war etwas beschwerlich. Vergessen werde ich diesen Tag und die Empfindungen wohl nie. 

Es hat um 1.45 in der Nacht begonnen. Ich wurde munter, weil ich so eine Art Bauchschmerzen hatte, ich wusste ja nicht wie genau Wehen sich anfühlen, ich hatte ja auch nie welche. Nachdem ich aber schon 2 Tage nach dem errechneten Geburtstermin, wusste ich es können eigentlich nur Wehen sein. Jetzt gehts los! Ich bin das Ganze recht gemütlich angegangen, habe es zumindest versucht. Ich hab mir noch den TV angestellt und mich berieseln lassen. Alle paar Minuten, wenn eine Wehe kam, hab ich schon mal begonnen das richtige Atmen zu üben und mich versucht gezielt zu entspannen. Nun gut, um 5.00 hab ich mir dann noch ein Brot geschmiert, dachte mir, man muss ja bei Kräften bleiben und außerdem hatte ich schon etwas Hunger:). Anschließend war ich noch duschen und mir etwas anziehen. 

Dann hab ich beschlossen, meinen Mann aufzuwecken und ihm zu sagen, dass es jetzt losgeht und wir dann bald einmal ins Krankenhaus fahren sollten. Gedacht, getan. Um ca. 7.30 waren wir dann im Auto auf dem Weg ins Krankenhaus. 

Auf der Station angekommen , wurde ich untersucht und mir die weitere Vorgehensweise erklärt. Ok, dachte ich alles klar, ist das euer Ernst ? Denn die Hebamme hatte uns erklärt, wir können ruhig noch einmal nach Hause fahren, der Muttermund ist erst 2-3 cm offen und es würde mit Sicherheit noch dauern. Wir sollen gegen Mittags wieder kommen und uns noch einen "schönen" Vormittag machen. Ist die lustig ? Ich habe Wehen und Schmerzen und soll mir noch einen schönen Vormittag machen? Spinnt die? 

Nagut , nach ca. 2 Stunden zuhause waren die Schmerzen aber ziemlich unerträglich und wir haben uns wieder auf dem Weg zum Krankenhaus gemacht. Ich dachte schon bei der Hinfahrt, unmöglich das pack ich nie. Ich wusste schon nicht mehr wie ich sitzen sollte im Auto, geschweige denn der Weg vom Auto auf die Station. Mein Mann ließ mich aus diesem Grund vorm Krankenhaus aussteigen und parkte das Auto alleine. Mir war zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon alles egal, ich hab mich einfach an den Straßenrand gesetzt und gewartet.

Nach einer weiteren Untersuchung und einem CTG, waren wir noch immer nicht wirklich weiter gekommen, bei 5 cm waren wir erst und das nach ca. 10 Stunden Wehen. 

Zwei Stunden später um ca. 14.00 die nächste Untersuchung, erst 7 cm. Ein Niederschlag. Ich atmete und kämpfte und es ging aber trotzdem nichts weiter. 

Die Hebamme holte dann eine Ärztin hinzu, denn aufgrund des langen Geburtsvorganges, waren die CTG-Werte schlechter geworden. Die Ärztin war dann rund eine halbe Stunde damit beschäftigt, die Laktat-Werte meines Sohnes, mittels eines Stichs in die Schädeldecke (um Blut von ihm zu bekommen), zu untersuchen. Zweimal war es jedoch nicht auswertbar,einmal ging es überhaupt schief und einer war dann endlich zu gebrauchen . Welch eine Quälerei! Für uns beide, denn ihm wurde 4 mal in den Kopf gestochen (3mal unnötig) und ich musste insgesamt während 4 Wehen still halten, da die Untersuchung nur bei einer Wehe durchgeführt werden kann. 

Aufgrund der Ergebnisse des Laktat-Tests, die nicht gut waren, hat die Ärztin uns dann erklärt, man müsse mir wehenfördernde Mittel geben, um die Geburt zu beschleunigen, da die Lage nicht die Beste sei. Und dann wurde es richtig hart. 

Ich bekam das Mittel intravenös in meinen Zugang an der Hand mittels einer Infusion. Die Wehen wurden fast augenblicklich schlimmer. Doch nach nicht einmal 5 Minuten verschlechterten sich die Werte meines Sohnes zunehmend und dann wurden alle nervös und hektisch. Der Tropf wurde sofort wieder abgehängt, meinem Mann und mir erklärt, dass unser  Sohn das Wehenmittel nicht vertragen hat und die Werte sich weiter verschlechtert haben und ein Kaiserschnitt jetzt sofort der einzige Weg sei. 

Das geschah alles so schnell , dass ich fast nicht folgen konnte und mich auch nicht mehr an alles erinnern kann. Ich bekam sofort ein wehenstoppendes Mittel, diesen Beruhigungssaft den man auch vor Operationen bekommt und dann sollte ich die Einverständniserklärung für den Kaiserschnitt unterschreiben. Machen die Scherze ? Ich war praktisch schon auf einem anderen Stern, hatte noch dazu starken Schüttelfrost und dann soll ich ein Formular unterschreiben ?! Die Unterschrift sah aus, wie von einem Dreijährigen, was dort gestanden ist weiß ich bis heute nicht. 

Und dann ging alles schnell, in ein Bett gelegt, schnell über sämtliche Gänge, bis zum OP, geschoben. Mein Mann immer neben mir. Der furchtbarste Moment war dann der, als sie meinen Mann gebeten haben draußen zu warten, bis ich für den Kaiserschnitt fertig im Operationssaal liege, dann dürfe er auch kommen. 

Das letzte was ich sah, waren die zugehenden OP-Türen und meinen Mann, der davor stand und so wie ich wahrscheinlich die Welt auch nicht mehr verstand. 

Wie es für uns weitergegangen ist im OP , erzähle ich euch im nächsten Artikel. 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0